Spuren der Kardosch-Sänger in Berlin
Nirgends ist man den Kardosch-Sängern näher als in Berlin. Ein Stadtbummel führt einen vorbei an zahlreichen Orten, die in ihrer Karriere eine Rolle spielten, angefangen mit dem Gebäude der Berliner Singakademie, dem heutigen Maxim-Gorki-Theater. Dort befand sich in den dreißiger Jahren das Studio der Plattenfirma Telefunken.
Fotos des Gebäudes aus den 20er und 30er Jahren gibt es im Grammophon-Forum, einer Internetseite die sich mit Musik, Personen, Orten und Technik der Schellack-Ära beschäftigt.
"1932 schloss die Telefunken-Platte einen Exklusivvertrag mit der Sing-Akademie und hatte nunmehr das alleinige Recht für Schallplattenaufnahmen in ihrem Saal; die technischen Aufnahmeeinrichtungen wurden im Keller des Gebäudes untergebracht. Jedes Jahr erfolgten mehrere hundert Einspielungen, so mit den Berliner Philharmonikern unter Wilhelm Furtwängler oder Willem Mengelberg, mit Künstlern wie Peter Igelhoff oder Peter Kreuder." Quelle:Wikipedia
Das Haus des Rundfunks
Im 1929 bis 1931 nach Entwürfen von Hans Pölzig erbauten Haus des Rundfunks an der Masurenallee waren die Kardosch-Sänger wie alle Musikstars der damaligen Zeit häufig zu Gast.
Der Kleine Sendesaal /Sendesaal 3 ist noch fast vollständig im Originalzustand erhalten. Hier fanden die meisten Rundfunkübertragungen statt, auch die Konzerte zur Eröffnung am 22. Januar 1931 mit den Abels. Dieser Saal dürfte der einzige Ort in Berlin sein, an dem die Kardosch-Sänger aktiv waren, der sich noch im Originalzustand befindet.
„Entlang der westlichen Längsseite verläuft im ersten Obergeschoss eine Galerie. Unter dieser Galerie verläuft im Erdgeschoss ein Gang, der das Foyer mit dem Ostflügel verbindet. An beiden Längsseiten des Sendesaalkomplexes sind Fenster in Doppel-, manche sogar in Dreifachausführung in die Wände eingelassen, die mit Vorhängen verschlossen werden können. Die Idee hinter der mehrfachen Ausführung der Fenster ist es, einen Luftpuffer zum Abfangen des Schalls von außen aufzubauen. Die längere Schmalwand beinhaltet die Regiekabine (auch Regiezimmer oder Abhörraum) im EG. Über und neben den Fenstern der Regiekabine befinden sich zweiseitige, türartige Holztafeln. Auch die Seitenwände sind mit diesen Holztafeln verkleidet, die man mithilfe von Scharnieren umklappen kann, um den Schall zu dämpfen. Die eine Seite (Holz) reflektiert, die andere Seite (Celotex) absorbiert den Schall. So lassen sich die unterschiedlichsten Nachhallzeiten einstellen.“ (Quelle: Wikipedia)
Plattenstudio und Filmpaläste
Am Breitscheidplatz befindet man sich in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Standorte von gleich fünf Großkinos. Wo heute das Bikini-Haus steht, befand sich einst das ebenfalls von Hans Poelzig entworfene Capitol, in dem beispielsweise „Roman einer Nacht“ im August 1935 seine Premiere feierte. Direkt in der Nachbarschaft lagen der Ufa-Palast am Zoo, das Marmorhaus, der Tauentzien-Palast und der Gloria-Palast. Im Tauentzien-Palast arbeitete István Kardos zeitweise als Filmpianist – unter anderem zu der Zeit, als dort „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ mit Richard Tauber und Marlene Dietrich uraufgeführt wurde, einer der letzten deutschen Stummfilme. Die Karriere der Kardosch-Sänger ist eng mit den Anfängen des deutschen Tonfilms verbunden: Mindestens zwei ihrer Filme feierten im Marmorhaus Premiere, ein weiterer im Capitol.
Wohnorte
Bekannte Adressen des Ehepaars Kardos in Berlin sind die Uhlandstraße 49 und die Nürnberger Straße 3. Auch Zeno Coste wohnte nicht weit entfernt: in der Westfälischen Straße 58.
Die Joachimsthaler Straße 9, das „Kranzler Eck“. Zeitweilige Geschäftsadresse der Kardosch-Sänger, und Stopp zwischen Berlin und Budapest für das Ehepaar Kardos.
An der Kreuzung Budapester/Nürnberger Straße befand sich früher das berühmte Eden Hotel. Daneben der Eingang zum Zoo.
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